Zufriedenheit lernen und Grenzen erkennen
Zufriedenheit lernen und Grenzen erkennen, um den eigenen Lebensweg zu finden.
Ein persönlicher Text über das einfache Leben in Paraguay.
Ihr Lieben,hier lebe ich, im Urwald von Paraguay, zwischen Ochsenkarren, Ochsen, Kühnen, kleinen Kälbchen, Straßenhunden, Katzen und vielen Bauern mit ihren Kindern. Man könnte meinen, dass die Zeit hier vor 70 Jahren angehalten hat.
Diesem Ochsenkarren begegne ich oft. Sein Besitzer und 2 Familienangehörige bringen täglich die Kühe zum Grasen auf entferntere Weiden und in die Urwälder.
Der Bauer, ein Nachbar von uns, ist stolz, dass ich als Europäerin ein Foto von ihm machen möchte, und er bedankt sich herzlich dafür.
Man sagt den Paraguayern nach, dass sie zu den glücklichsten Menschen dieser Erde gehören. Sie besitzen wenig, leben einfach, arbeiten hart und haben trotz der, aus meiner Sicht, schweren Lebensbedingungen, enorm Freude am Leben.
Sie mögen laute Musik der 80er, trinken gerne Bier, einen Grund zum Feiern finden sie immer, und sie stellen ihre Familie an die 1. Stelle.
Sie sind ein stolzes Volk was größtenteils selbstbestimmt lebt.
Macht man ihnen zu starke Vorschriften, oder verursacht Streit, kann es sein, dass sich der Familienclan mal eben schnell zusammentut, und das können locker 100 Leute sein, um gemeinsam das Problem zu lösen.
Oft stelle ich mir die Frage, welches Leben einfacher ist?! Das Leben der Menschen in Paraguay auf dem Land, oder das Leben der Menschen im Mainstreammodus in Europa?!
Ich möchte an dieser Stelle auf die eigenen Grenzen eingehen. Wir haben gelernt, dass es immer mehr, immer schneller, höher und vor allem besser und weiter sein muss. Muss es das wirklich?
Wann ist es gut? Wann ist es genug, wann ist es richtig? Oder wann ist es Bequemlichkeit? Es ist eine Gradwanderung zwischen Zufriedenheit und Abenteuer. Wo findest Du Dich da wieder?
Kannst Du Dir einen Wohnortwechsel vorstellen? Vielleicht sogar ein anderes Land oder gar einen anderen Kontinent?
Manchmal reicht es, wenn Du das Leben ein kleines bisschen umgestaltest. Wieder etwas Neues lernst. Ein anderes mal reicht es, einfach nur den Blickwinkel zu verändern.
Manchmal reicht das jedoch nicht und es braucht mehr als nur einen neuen Anstrich im Wohnzimmer.
Unsere Generation hat oft Berufe ergriffen, die nicht unbedingt unseren Fähigkeiten entsprochen haben.
Ich habe das große Glück gehabt, mit 25 meine Berufung zu erkennen.
Dem allgemein gültigen Spruch „Das macht man eben einfach so“ bin ich nicht gefolgt.
Immer wenn ich diesen Ochsenkarren sehe, zaubert er mir ein Lächeln auf mein Gesicht. Bei keinem Seminar habe ich soviel lernen dürfen, wie bei meiner Auswanderung.
Mögest Du Deinen ureigenen Weg gehen, Deine Grenzen erkennen oder auch sprengen.
Alles Liebe
Dagmar Krishna Shakti



